Musik ist weit mehr als ein schönes Hobby. Die genauen Vorgänge, die in uns ablaufen, wenn wir Musikhören oder Musizieren sind längst nicht ausreichend erforscht. Sicher ist jedoch, dass Musik mehr als nur ein Hobby ist und starke Wirkungen hat. Sie beeinflusst unseren Körper, unsere Seele und unser Verhalten.

Die Wahrnehmung von Musik

Allgemein bekannt ist, dass wir Musik über unser Gehör aufnehmen. Doch das ist nicht alles. Auch über unseren Tastsinn nehmen wir Töne und Klänge wahr. Diese Sinneszellen und Sensoren sind auf unserem ganzen Körper verteilt. Sie befinden sich auf den Lippen, an den Händen, Fingern und an unseren Füßen. Mit diesen Sinneszellen nehmen wir die durch Musik erzeugten Schwingungen im Raum besonders gut wahr. Wir fühlen Musik im wahrsten Sinne des Wortes!

Die Wirkung von Musik auf unseren Körper

Die Vorgänge, die Musik in unserem Gehirn und damit in unserem Körper auslöst sind vielschichtig. Physiologische Untersuchungen haben gezeigt, dass Musik erhebliche Reaktionen in unserem Organismus auslöst. Sie wirkt sich auf unseren Herzschlag oder Blutdruck, auf unsere Atemfrequenz oder unsere Muskelspannung aus. Die genaue Wirkung auf unser Gehirn ist noch nicht ausreichend erforscht. Musik sendet eine Vielzahl an Informationen in Form von Klängen, Tönen und Melodien an unser Gehirn. Dort gilt es, diese Informationen zu erkennen, zu erfassen, zu vergleichen und zu verarbeiten. Beide Gehirnhälften sind dabei im Einsatz. Auffällig ist, dass die Aktivität der Gehirnhälften bei Musikern oft entgegengesetzt zur Aktivität der Gehirnhälften von „normalen“ Menschen funktioniert. Das Gehirn von Musikern weist spezielle Eigenschaften auf. Bestimmte Bereiche sind stärker ausgeprägt. Besonders die Bereiche, die die Steuerung unserer Hände mit denen unseres Hörsinns und Analysierens verbindet.

Die Wirkung von Musik auf unsere Emotionen

Jeder kennt die Situation: ein Lied, das uns bekannt ist, läuft im Radio und wir erinnern uns an eine konkrete Situation in der Vergangenheit. Der Song weckt Gefühle in uns, die wir mit einem bestimmten persönlichen Ereignis verbinden. Musik löst im wahrsten Sinne des Wortes Emotionen in uns aus. Dies macht sich insbesondere die Filmindustrie zunutze. Kein Wunder, denn physiologisch betrachtet, wirkt sich Musik direkt auf Nervenverbindungen in unserem Gehirn aus. Die Wissenschaft hat gezeigt, dass Musik neue Nervenverbindungen im Gehirn aufbauen oder bestehende verändern kann. Physiologisch betrachtet wirkt sich Musik auf unsere Nebennieren und auf die Hypophyse aus. Dies ruft Reaktionen im Hormonsystem hervor. Hohe und schrille Töne führen zur Ausschüttung von Adrenalin und steigern unseren Stresslevel. Sanfte und ruhigere Klänge führen zur Ausschüttung von Noradrenalin und bewirken das Gegenteil. Der Körper setzt schmerzlindernde Endorphine frei und Schmerzen verschwinden. Daher setzen Ärzte und Therapeuten Musik heute vermehrt in der Schmerztherapie ein.

Die Wirkung von Musik auf unser Sozialverhalten

Musik ist in der Schule unbedeutendes Nebenfach. Ein gravierender Fehler in unserem Schulsystem, da Studien belegen, dass Musik für eine gesunde soziale Entwicklung von Kindern und Jugendlichen unabdingbar ist. Gemeinsames Musizieren fördert das Miteinander und steigert die soziale Kompetenz der Beteiligten. Weniger Ausgrenzung und eine friedlichere Atmosphäre sind das Ergebnis. Erklären lässt sich dies damit, dass Menschen, die gemeinsam Musik machen aufeinander hören und aufeinander eingehen müssen. Darüber hinaus schult die Musik den Wahrnehmungssinn. Außer auf Konzentration und Motivation wirkt sich Musik positiv auf die Intelligenz aus.

Es ist weit gefehlt, Musik nur als “schönes Hobby” zu betrachten. Die Wahrnehmung und Wirkung von Musik auf den Menschen, seinen Körper und sein Verhalten ist wissenschaftlich belegt und nicht zu unterschätzen.